Südamerika

Der Beginn einer langen Reise

Argentinische Ostküste

Unsere Tour einmal quer durch Süd-, Mittel- und Nordamerika, vorbei an Gletschern, Flüssen und Seen, durch Wüsten und Urwälder soll in keiner unbedeutenderen Stadt beginnen, als der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires oder auch “Paris Südamerikas” oder “Stadt des Tango” genannt. Eine Weltmetropole in der man, auch jetzt zu wirtschaftlich schlechteren Zeiten, den Ruhm und Glanz der Vergangenheit redlich spüren kann. Unser schon in Europa gekauftes und umgebautes Auto wollen wir verschiffen lassen, um dann entweder selber auf dem Schiff anzuheuern oder mit dem Flugzeug hinterher zu fliegen. Kulturschock? Buenos Aires und Argentinien im Allgemeinen ist uns schon von unserem Auslandsjahr 2011/2012 bekannt, also wollen wir gar nicht lange warten uns endlich richtig auf den Weg zu machen und die ersten Straßenkilometer zu bestreiten, entlang der Ostküste, durch die weltbekannte Grassteppe der “pampa argentina”, vorbei an Strandhochburgen, wie Mar del Plata, über Viedma bis hin zum Puerto Madryn. Die Halbinsel, Isla Valdez ist eines der bekanntesten Naturschutzgebiete und ein Paradies für Tiere und Pflanzen, unzählige Wale, Seelöwen und Pinguine sind hier zuhause. Auch wenn wir allmählich dem Frühling auf der Südhalbkugel entgegen reisen werden, ist der Winter im Süden lang und kalt. Von dem alten Hochseefischereihafen Puerto Deseado geht es auf nach Rio Gallegos, einem hektischen Wirtschaftszentrum mit ebenso bedeutendem Hafen. Für uns ist die Stadt das letzte Ziel unseres ersten Reiseabschnitts, bevor wir unseren Weg bis zum Ende der Welt antreten.

 

 

 

Bis zum Ende der Welt

Feuerland

Auch wenn der Routenabschnitt durch Feuerland einer unserer kürzesten ist, hat er auf keinen Fall weniger Bedeutung: Er wird uns bis ans „Ende der Welt“ führen. Wem Feuerland bekannt ist, der wird auch schon von der beeindruckenden Landschaft, den Polarlichtern und der südlichsten Stadt der Welt gehört haben. Von Rio Gallegos aus verlassen wir Argentinien kurz um mit der Fähre auf die Insel überzusetzen. Auf der Insel und zurück in Argentinien, machen wir erstmal Halt in Rio Grande. Die Stadt, die sich die südlichste der Welt nennt, wohlgemerkt außerhalb der Antarktis, befindet sich je nach Wetterlage nur wenige Autostunden entfernt. Ushuaia ist darüber hinaus der eigentliche Ausgangspunkt unserer Reise – von Süden nach Norden oder auch von ganz unten nach ganz nach oben. Um die Insel nicht auf demselben Weg verlassen zu müssen, wie wir sie betreten haben, wollen wir die Magellanstraße das zweite Mal von Porvenir nach Punta Arenas überqueren.

 

 

Fjorde, Gletscher und Andenpass

Patagonien

Die Witterung, vor allem bei der zweiten Fährfahrt, ist entscheidend. Bei Sturm und rauer See werden wir mehr Zeit als erwartet auf dem „Land des Feuers“ verbringen müssen. Bevor wir dann aber von Punta Arenas zurück nach Argentinien entlang der patagonischen Seenlandschaften und Nationalparks unsere Reise Richtung Norden fortsetzen, wollen wir den südlichen Teil Patagoniens auf chilenischer Seite erkunden. Die Fjorde und „Türme des blauen Himmels“ um Puerto Natales in Chile und die Gletscherlandschaft bei Calafate in Argentinien, sollen nicht nur beeindruckend klingen. Von dem Gletscher Perito Moreno, einem der wenigen noch wachsenden Gletscher weltweit, fallen zeitweise Gletscherbrocken ins Wasser, verbunden mit einem wohl atemberaubenden Schauspiel.

Weiter durch die mit dem Gletscher gleichnamige Stadt Perito Moreno aber rund 8 Stunden entfernt, nehmen wir Kurs auf Esquel. Doch auch knapp 15.000 Kilometer Luftlinie von unserer deutschen Heimat entfernt, sind wir unserer eigenen Kultur näher als gedacht. Patagonien ist geprägt durch seine deutschen Auswanderer, und so wird man sich in Bariloche mit den Schokoladenfabriken und Zwergenmuseen wohl fast wie in den deutschen Alpen fühlen. Von Bariloche aus werden wir Argentinien nun für längere Zeit verlassen und fahren über einen beeindruckenden Bergpass zurück nach Chile.

 

 

Über den Wolken von Chile nach Argentinien

West-Chile/Nord-Argentinien

Ankommend in der chilenischen Stadt Osorno haben wir schon 6000 km Strecke zurückgelegt, das entspricht ungefähr einer Strecke von Rom nach Moskau hin und zurück. Osorno liegt am anderen Ende des Bergpasses und steht genau wie Bariloche unter großem deutschen Einfluss. Entlang der chilenischen Pazifikküste und vorbei an einigen Städten wie beispielsweise der Stadt Concepción, werden wir in Richtung der kulturellen Hauptstadt Chiles reisen. Valparaiso ist weltweit bekannt für sein literarisches, musikalisches und künstlerisches Erbe und seinen bedeutenden Hafen. Die in einem außergewöhnlichen Baustil errichtete Stadt erstreckt sich über viele Hänge. Einige davon kann man noch heute mit alten Fahrstühlen bequem erklimmen, andere bieten eine besondere sportliche Herausforderung. Nur rund 120 Kilometer in Richtung des Landesinneren liegt die vergleichsweise riesige Hauptstadt Santiago de Chile. Der einfachste und schnellste Weg von Santiago de Chile nach Argentinien ist der Kurzstreckenflug nach Mendoza auf der anderen Seite der Anden. Unser Ziel ist aber weder die Schnelligkeit noch die Bequemlichkeit, deswegen werden wir einmal quer die Anden passieren, vorbei an einer historischen Inkabrücke, um auf dem Landweg zurück nach Argentinien zu gelangen.

Aber auch Mendoza erwartet uns in der gleichnamigen Andenprovinz, die nicht nur durch ihren ausgezeichneten Wein, von Weingütern wie etwa Trapiche, hohes Ansehen genießt. Auch gerade für Sportler bietet die Region ein breites Angebot. Rafting, Trecking und Bergsteigen – Mendoza ist auch unter den Extremsportlern schon zu einem durchaus nennenswerten Ziel geworden, vielleicht auch durch den Berg Aconcagua, der als höchster Berg außerhalb Asiens einen gewissen Reiz ausübt. Trotz des gewaltigen Angebotes, das einen wahrscheinlich über Wochen beschäftigen könnte, fahren wir weiter über San Juan nach Córdoba, die Stadt, die besonders für uns drei von besonderer Bedeutung ist. Hier haben wir uns alle drei zum ersten Mal getroffen und kennengelernt. 2011 bis 2012 verbrachten wir alle eines unserer aufregendsten und interessantesten Jahre in der argentinischen Metropole. Die Unistadt schläft niemals, sie hat nicht nur die zweitgrößte Universität nach Buenos Aires in Argentinien, sondern ist darüber hinaus auch noch die älteste Lateinamerikas. Doch auch wenn wir viele Bekannte in unserer neugewonnenen Wahlheimat wiedertreffen wollen und werden, soll der Aufenthalt nicht unser Zeitfenster sprengen, denn unser Ziel ist die Reise und unsere Reise soll noch lange nicht zu Ende sein.

Es geht weiter gen Norden, dem Frühling hinterhe! Es ist schon lange Frühling, je näher wir dem Äquator kommen, umso wärmer wird uns werden. Durch die passende Jahreszeit ist der Winter und die Regenzeit vorbei und somit sollten die Straßen nach Norden wieder besser passierbar sein. Während die Höhenmeter steigen und sich die Umgebung in Wüsten und Kakteenlandschaften verwandelt hat, liegen schon große Weiten hinter uns. In Salta, auch “die Schöne” genannt, sind wir von Feuerland, ganz im Süden, schon fast 3.500 Kilometer Luftlinie entfernt, von hier geht es auf dieser Reise das letzte mal und endgültig aus Argentinien heraus und wieder zurück nach Chile.

 

Superlative – trockensten Wüste; größter Salzsee; höchste Stadt

Nord Chile & Bolivien

Das viele Hin und Her zwischen Chile und Argentinien hat ein Ende. Nach planmäßig sieben Grenzübergängen sind wir nun wieder in Chile angekommen und haben Argentinien endgültig auf dieser Reise hinter uns gelassen. Ein weiteres Mal haben wir die Anden überquert, sie begleiten uns schon viele hundert Kilometer auf unserer Reise, da fällt es nicht schwer zu glauben, dass sie die längste Gebirgskette der Welt (über dem Meeresspiegel) darstellen. Der Name der Stadt San Pedro de Atacama verrät schon einiges. Wir befinden uns in der trockensten Wüste der Welt, der Atacamawüste. Calama, ein weiterer Anlaufpunkt, liegt direkt inmitten der ewigen Weiten dieser Wüste. Einmal komplett durchquert, gelangen wir zurück an die chilenische Westküste. Von Iquique reisen wir weiter bis nach Arica, der nördlichsten chilenischen Hafenstadt an der Grenze zu Peru, die auch bekannt ist als “die Stadt des ewigen Frühlings”.

Nach Osten über die bolivianische Grenze, vorbei am Sajama Berg, dem höchsten Berg Boliviens, passieren wir auch gleichzeitig die breiteste Ausdehnung der Anden. Jetzt schon im dritten Land, kommen wir dem Äquator langsam aber sicher näher. Bolivien werden wir im Vergleich zu Argentinien und Chile kürzer bereisen, allein schon weil Bolivien flächenmäßig nur 40% von Argentinien ausmacht. Doch gerade auf dieser kleineren Fläche, stehen gleich zwei Superlative auf unserer Route. Von Patacamaya, einer kleinen Andenstadt, fahren wir weiter nach Sucre, der Hauptstadt Boliviens. Durch ihre typisch im Schachbrettmuster angelegten Viertel mit weißen Kolonialbauten, ist sie bekannt als eine der besterhaltensten südamerikanischen Kolonialstädte. Potosí, ein weiterer unserer Superlative, ist die welthöchste Stadt auf gut 4.000 Metern, die jedoch einen traurigen Beigeschmack ihres „Ruhmes“ hat. In den Bergwerken des nahegelegenen Berges Cerro Rico werden nämlich seit der spanischen Kolonialisierung bis heute Bergbauarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen untertage geschickt. Das nächste Reiseziel ist weniger traurig, es hat vielmehr einen salzigen Beigeschmack. Von Uyuni aus wollen wir den Salar de Uyuni, den weltgrößten Salzsee, befahren. In der unendlichen Dimension des Salzes befinden sich immer wieder kleine Inseln, auf denen die Natur dem Salz trotzt. Für uns geht es zurück auf den Weg in den Norden, genauer über Challapata nach La Paz. Die bolivianische Metropole, wird oft irrtümlicherweise als Hauptstadt bezeichnet, die tatsächliche Hauptstadt Sucre liegt jedoch weiter im Süden und wir haben sie schon auf dem Weg nach Potosí besichtigt.

Von La Paz geht es weiter nach Copacabana. Auch wenn nicht in Río, bietet die Stadt ein wenig Strandfeeling. Sie ist unsere erste Anlaufstelle am Titicacasee, der sich von Bolivien bis nach Peru erstreckt.

 

Auf den Spuren der Inka

Peru & Ecuador

Entlang dem Titicacasee, dem höchstgelegenen See seiner Art, verlassen wir bereits Bolivien und betreten peruanischen Boden. In der nahe dem See gelegenen Stadt Juliaca, der „Stadt des Windes“, bekommt man die ungeschützte Hochebene zu spüren, kann aber auch zu guten Preisen gestrickte Kleidung kaufen. Die ehemalige Hauptstadt der Inka, Cusco, lockt Touristen aller Welt durch ihre historischen Sehenswürdigkeiten. Die nicht weit entfernte Inka-Stadt Machu Picchu, auch UNESCO Weltkulturerbe, zeigt eine wunderbare Ruinenstätte und verhalf so der Stadt Cusco, zu einem beliebten Reiseziel zu werden.

Von dort geht es weiter zu der vielleicht zusammen mit dem Machu Picchu bekanntesten Sehenswürdigkeit Perus, den Nazca-Linien, riesige Scharrbilder in und um die hiesigen Wüsten. Aus dem Inland geht es zurück an die Küste und auch zurück auf die ursprüngliche Panamericana. Nach einem kurzen Stopp in Pisco fahren wir direkt weiter nach Lima, der Hauptstadt Perus. Ein Besuch in dem Museum Larco Herrera ist hier Pflicht. Dieses einem Landgut ähnelnde Museum stellt die interessante Geschichte Perus besonders anschaulich dar.

Durch den „Geisterwald“-Nationalpark Lomas de Lachay und vorbei am vierthöchsten Berg Südamerikas geht es nach Trujillo. Sie ist Kulturhauptstadt und die wichtigste Stadt nördlich von Lima. Von dort fahren wir nach Piura, der ersten spanischen Kolonialstadt auf dem Kontinent, bevor wir uns direkt weiter auf den Weg nach Ecuador machen.

 

Über den Äquator

Über den Äquator

Direkt nach dem Grenzübergang begeben wir uns in die Welthauptstadt der Bananen: Machala. Die Hafenstadt ist nicht nur Umschlagplatz für Bananen, auch andere exotische Güter wie Kakao und Kaffee gelangen von hier in die weite Welt. Der von dort nur knapp 3 Stunden entfernte Parque Nacional el Cajas bietet nicht nur einer Vielzahl von Vögeln Heimat, sondern weist überraschenderweise eine Art Tundra-Vegetation auf. Das würde man so nah am Äquator natürlich nicht erwarten. Besonders interessant ist der nahegelegene Berg Sangay. Dieser Vulkan ist so aktiv, dass er stündlich Gesteinsbrocken speit.

Auch der Vulkan Cotopaxi ist einer der aktivsten in Südamerika und unsere nächste Station. Nachdem wir uns über lange Zeit dem Äquator angenähert haben, erreichen wir endlich mit Quito die Hauptstadt Ecuadors. Nun werden wir den Äquator überschreiten und haben so ungefähr die Hälfte unserer Tour bereits erreicht. Von hier aus reisen wir direkt weiter nach Kolumbien. Unser nächstes Land ist eines der als am gefährlichsten geltenden Länder auf unserer Route, andererseits aber auch eines der beeindrucktesten. In Kolumbien verläuft unsere Route direkt über die östliche Gebirgskette der Anden. Besonders dieser Teil der Route kann sich allerdings kurzfristig ändern, Durch „La Violencia“, einem gewaltsamen Konflikt zwischen politischen Parteien, entstehen immer wieder Unruhen und es kann zu Straßensperrungen kommen. Besondere Brennpunkte versuchen wir natürlich zu vermeiden. Die geplante Route führt daher durch die Stadt Neiva direkt nach Bogotá, der kolumbianischen Hauptstadt. Unser nächstes Ziel ist die Stadt Bucaramanga, die sich auch die „schöne Stadt Kolumbiens“ nennt, da sie durch besonders viele Park- und Grünanlagen ihre Besucher in den Bann zieht.

Auch wenn wir eigentlich weiter nach Mittelamerika, genauer Panama reisen wollen ist unser Ziel der Fahrt durch Kolumbien die Hafenstadt Cartagena. Der Landweg zwischen Kolumbien und Panama ist nämlich gesperrt, weil dort ein riesiges Naturreservat geschaffen wurde. Unser Auto müssen wir daher über den Seeweg nach Colón, Panama, verschiffen lassen. In CarCuscotagena, die sich durch ihre vielen Gebäude aus der Kolonialzeit auszeichnet, gilt es daher ein geeignetes Schiff für die Überfahrt zu finden.