Auto

Seit Anfang des Jahres 2014 liefen unsere Vorbereitungen in Sachen Auto auf Hochtouren – Internetrecherchen, Meinungen von Fachmännern und Vergleichen. Nun können wir erfreut mitteilen, dass sich die Auswahl schneller als erwartet eingegrenzt hat und wir jetzt, Ende Januar, bereits das Auto vorstellen können, das uns zehntausende Kilometer über den Doppelkontinenten Amerika begleiten wird. Unser Mercedes-Benz 208D des Baujahres 1991 hat uns direkt überzeugt, sodass wir mit dem Kauf nicht länger warten wollten. Auch wenn noch einiges vorzubereiten und umzubauen ist, bietet er eine sehr gute Basis für unsere Reise.

Auf einer solchen Tour wie wir sie vorhatten und -haben, das sollten wir noch früh genug lernen, stehen unserem Fahrzeug viele Herausforderungen bevor. Schon oft sind wir offroad zwischen irgendwelchen Landesgrenzen gefahren, über welche es nicht einmal eine asphaltierte Alternativstraße gab. Das beste Beispiel dafür ist wahrscheinlich die Strecke von San Pedro de Atacama zum Salzsee bei Uyuni, dicht verfolgt von der Fahrt zur Estancia Most – die südlichste, abgelegenste Farm in Südamerika – durch Schlamm und Matsch.

Jede einzelne Fahrt rüttelt an unserer Lola und was nach 10.000 km noch fest ist, so haben wir gelernt, das wird auch die nächsten 10.000 km halten!

Nach diese Motto sortieren die Straßen in Südamerika nach und nach die billigen, lockeren, bzw. kaputten Teile ab und wir dürfen diesen dann in mühseliger Kleinarbeit vor Ort, durch gleiche bzw. ähnliche Ersatzteile ersetzen. Nicht nur für uns war vorab eine Liste an Ersatzteilen, die man eventuell mal benötigen könnte, sehr wertvoll. Deshalb hier eine Auflistung der Dinge die uns bis jetzt passiert sind und wie wir das Problem gelöst haben:

  • Zahnradkrone am Schwungrad, Anlasserritzel und – schalter: In Puerto Madryn, Argentinien tanzen die Wale im Wasser. Besser als von dem Naturreservat der Halbinsel Valdez lässt sich dieses Schauspiel nicht beobachten und als wir uns im Sand festfahren war die Begeisterung riesig. Der Wagen sprang zunächst noch mit Mucken an, später jedoch nicht mehr. Es folgte eine Wahnsinns Fehlersuche bei drei verschiedenen Werkstätten, inklusive Eigenarbeit. Schlussendlich war nicht nur der Anlasser kaputt, sondern die Zahnradkrone vom Schwungrad gesprungen. Beim Starten des Motors drehte diese nun nicht mehr das Schwungrad, sondern am Schwungrad. Die Lösung war simpel: Ein entsprechendes Ersatzteil gab es nicht, also wurde die Krone wieder ans Schwungrad herangeschweißt, was genau 14.678 km halten sollte. Hierzu später mehr.
  • Reifenventil: Zumindest einen Ersatzreifen aufgezogen auf einer Felge sollte man immer dabei haben. Zur Sicherheit und im Glauben, dass niemals zwei auf einmal kaputt gehen (sollten), haben wir zusätzlich dazu noch einen Reifen ohne Felge im Gepäck. In Ushuaia, auf der oben bereits beschriebenen Strecke ist uns das erste mal ein Reifen geplatzt – dachten wir. Es stellte sich heraus, dass es tatsächlich nur das Ventil war, welches durch die Schneeketten zerstört wurde. Das zweite mal etwas weiter nördlich, war es dann aber wirklich der Reifen. Diesmal kaum zu übersehen.
  • Öl- und Ölfilterwechsel: Circa alle 10.000 km sollte man einen  Ölwechsel machen, bei den schmutzigen und vor allem staubigen Straßen in Argentinien, Chile und Bolivien, eigentlich öfter. Wir haben den ersten nach 17.617 km in Cochabamba, Bolivien gemacht, als wir sicher waren, das Schlimmste hinter uns zu haben. Den Ölfilter hatten wir schon aus Deutschland mitgebracht, so erspart man sich eventuellen Betrug beim Kauf vor Ort. Außerdem hatten wir ebenfalls aus Deutschland 3 mal 6 Liter 15W 40 Motoröl dabei. Den Ölstand sollte man regelmäßig prüfen, um das Platzen einer Zylinderkopfdichtung auszuschließen. Gerade bei den zu überwindenden Höhen merkt man, das der Motor schneller heiß läuft.
  • Hecktür, Scharniere und Schlösser: Die Wellblechpisten rütteln alles ordentlich durch. Früh durften wir bemerken, dass unsere Hecktür, die wegen der großen Albbox unter Belastung steht, dem Gewicht nicht standhält. Die Albbox ist mittlerweile leer und in Santiago de Chile haben wir die Schrauben an den Einlassungen neu einstellen lassen. Wir vermeiden es die Tür zu öffnen, weil so wie jetzt wird es halten.
  • Kupplungsscheibe und Verwandtschaft: Steigungen, Großstädte und Ruta 40 – nach einigen tausend Kilometer dieser Straßentypen kam es irgendwann dazu, dass die Kupplungsbeläge komplett weg waren. Ein Ersatzteil wieder mal komplett außer Reichweite, weswegen ein Spezialist vom Fach in Córdoba, Argentinien sich der Sache annehmen musste und für einen fairen Preis die Kupplungsscheibe mit Schwungrad und Zahnradkrone ganz neu Aufbaute und sie danach besser aussehen ließ als ein Neuteil – wie lange wird das wohl halten? In Santa Cruz, Bolivien finden wir uns erneut beim Mechaniker wieder, neben den Belägen der Kupplungsscheibe wird hier abermals die Zahnradkrone erneuert. Da für beide Sachen keine Ersatzteile auf dem Markt sind, werden ähnliche Beläge verwendet und die Zahnradkrone aus den noch vorhandenen Fragmenten neu gedreht. Toi Toi Toi!
  • Spurstangengelenke: Bei Abfahrt von Santa Cruz in Bolivien war es bereits spürbar, die Serpentinen hinauf nach La Paz und dann wieder hinunter bis zur Pazifikküste bei Nazca, Peru haben es nicht verbessert. Bei starkem Einschlagen des Lenkrads erst in die eine und danach in die andere Richtung knackte es immer leicht und in Lima war ein größerer Check vor der Weiterfahrt nach Mittelamerika eh überfällig. Die Gummis, die die Spurstangengelenke normalerweise für Korrosion  schützen sollen, waren porös geworden. Schmutz und Wasser verhinderte ein einwandfreies bewegen. Natürlich haben wir auf Anhieb wieder kein Ersatzteil gefunden aber ein gefuchster Dreher passte einfach ähnliche japanische Gelenke an unsere Spurstange an, bzw. andersherum.
  • Blattfederung: Das große Gewicht unserer trägen Lola lässt die Blattfedern an der hinteren Achse wirklich alt aussehen. Dazu kommen noch die für hier und noch bis Mexiko hoch typischen „Speedbumbs“, die uns nicht selten mit dem Ersatzrad haben aufsetzen lassen. Ein zusätzliches Blatt soll die Federung hinten verstärken. Auch sollte man die Federn hinten ab und an mal nachwiegen lassen. 

 

Natürlich sollte man neben den oben aufgezählten Sachen noch einiges mehr beachten bevor man so eine Reise antritt. Praktische Kleinigkeiten wie Gummis, Schrauben, Kabelbinder und Klebeband dürfen neben einem gut ausgestatteten Werkzeugkoffer nicht fehlen. Ordnung ist das halbe Leben, wenn man weiß wo der ganze Kram untergebracht ist erspart man sich die ein oder andere Stunde Suchen. Einfacher ist es das am meisten benötigte Werkzeug einfach zugänglich unterzubringen.

Bei Fragen zu detaillierterer Information einfach eine Mail an team@springhunters.com

Euer springhunters – team!

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